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Frühlingsgefühlen auf der Spur

Die Bäume treiben aus, die ersten Blumen sprießen und die Sonnenstrahlen werden stärker. Doch der Frühling treibt sein buntes Spiel nicht nur mit der Natur, sondern auch mit den Menschen. Der Körper schüttet Hormone aus, die so manchen müden Winterschläfer zum Draufgänger machen.

Biologisch bedingt wird der Mensch im Frühjahr unternehmungslustig. Neurobiologische Vorgänge, die durch das Sonnenlicht ausgelöst werden, stimmen die Psyche fröhlich. Wenn die Sonne scheint, wird im Körper die Serotoninausschüttung angeregt. Serotonin - das sind die Glückshormone. Diese lassen einen die sinnlichen Genüsse, die die Natur anbietet, vermehrt annehmen. Man wird aufmerksamer und genießt mit allen Sinnen. Da ist es dann auch nicht so abwegig, dass sich viele im Frühling frisch verlieben, denn nicht nur Glücks-, sondern auch Sexualhormone werden vermehrt ausgeschüttet.

Doch das Verlieben, die Lust und die Liebe im Allgemeinen, sind wohl nichts anderes als eine chemische Reaktion im Körper. Seit einiger Zeit können diese Vorgänge im Gehirn, die oft absolut irrational sind, biochemisch erklärt werden. In den fünfziger Jahren begannen Mark Altschule von der Harvard-University und sein Kollege Julian Kay, erstmals die Funktion der Zirbeldrüse, einem kleinen Organ zwischen den beiden Hirnhälften, zu untersuchen und somit den Frühlingsgefühlen auf den Grund zu gehen. Nach 1.800 Studien fanden die beiden Wissenschafter heraus, dass die Zirbeldrüse an mindestens drei Körperfunktionen beteiligt ist: der Hautpigmentierung, der Genitalfunktion von Männern und Frauen und an der Steuerung der Hirntätigkeit.




Etwa zur gleichen Zeit fand der Dermatologe Aaron Lerner von der Yale-University das Hormon der Zirbeldrüse, das Melatonin, ein Hormon, das ausschließlich bei Dunkelheit erzeugt wird. Außerdem hemmt dieses Hormon geschlechtliche Prozesse. Zunehmendes Licht (abnehmendes Melatonin) regt die sexuelle Begehrlichkeit an, zunehmende Dunkelheit schwächt sie ab. Im Winter sind die Nächte länger als im Sommer, der Melatoninspiegel also höher. Im Frühling steigt deshalb ganz automatisch die Erregbarkeit. Frühlingsgefühle eben.

 

Das heißt jetzt nicht, dass die gesamte Menschheit Geißel eines Hormons ist, sondern es geht nur um die gesteigerte Bereitschaft, sich vom anderen Geschlecht mehr beeindrucken zu lassen als im restlichen Jahr. Egal wie es ist, sich neu zu verlieben oder die bestehende Liebe wieder auflodern zu lassen, ist wohl die schönste Sache auf der Welt!

Literatur- und Bildnachweis:

http://www.daserste.de/wwiewissen/beitrag_dyn~uid,j7dw263z7qt2hn38~cm.asp
http://www.berlinx.de/ego/0499/art4.htm

1. Bild: www.pixelio.de - Hanspeter Graf
2. Bild: www.pixelio.de - Hardy5