Wo Geschichte zuhause ist und Gastfreundschaft gelebt wird
Das Stocker in Vorderstoder könnte hunderte Geschichten erzählen, was auch daran liegt, dass es ihn bereits mehrere hunderte Jahre gibt. Seit 1664 steht das Haus prominent in der Landschaft mit Blick auf die imposante Spitzmauer, großen und kleinen Priel. Seit Beginn ist das Landhotel in Familienbesitz. Die Brüder Gerhard und Robert Ramsebner sind die 14te Generation. 2009 übernahmen die Geschwister, 2015 erfolgte der große Umbau.
Statt anonymen Speisesaal begrüßet das Küchenteam in einer offenen Küche die Gäste, die in privater Atmosphäre, wie in einem Chalet sitzen. „Es ist eine Küche mit Wohnzimmer. Es soll wie daheim sein. Einfach etwas anderes mit eigenem Charakter. Nichts Klassisches. Wir sind nicht Hokuspokus sondern einfach gstanden und wollen, dass sich alle wohlfühlen“, sagt Gerhard, der die Küche überhat. Sein Bruder Robert verantwortet den Service. Eine offene Küche war von Beginn der Grundgedanke. „Beim Kochen müssen wir uns nicht verstecken. Es sind eh’ lauter fesche Leit' drin“, ergänzt Gerhard. Wer in die Speisekarte schaut, entdeckt fast ausschließlich Regionales, zur Gänze hausgemacht.
„Wir kochen noch und wärmen nicht auf“, erklärt Robert. Kälber, Rinder oder Hirschen liefern Bauern und Jäger aus der Umgebung. Zerlegt wird im Haus. „Natürlich muss man das können, auch wie ein Jus hergestellt wird. Aber wir haben das von der Pike kennengelernt und wollen ein guter Gastgeber sein. Deswegen brauchen wir den Kontakt zu den Gästen und unsere Mitarbeiter müssen wissen, für wen sie kochen. Wenn du eine Beziehung hast, dann kochst du auch lieber“, sagen beide unisono.
Die Gäste kommen zum Großteil aus Österreich, auch aus Deutschland,Tschechien oder aus Norwegen, speziell wenn der Weltcup-Tross Halt in Hinterstoder macht. Gekocht wird nur für Hotelgäste.Die bekommen dafür eine exklusive kulinarische Rundumbetreuung. Hunde sind ebenso willkommen. „Wir sind sehr hundefreundlich. Die passen gut zu uns“, sagt Robert Ramsebner und erzählt über Skifahrer, Stoderer Winzer, das rege Vereinsleben, die Almen - und das Verhältnis zu Hinterstoder. Aber das ist eine andere Geschichte.
Fotos © Philipp Braun


